Als Mauser bezeichnet man das Abwerfen und Neuwachstum von Federn. Abgenutzte Federn fallen aus. Ausgelöst wird dies durch eine vermehrte Hormonausschüttung, unter anderem der Schilddrüse. Auch ein Umzug von einer Außenvoliere in eine Innenvoliere läßt sie Federn abwerfen, da es wärmer ist und sie ein dichteres Federkleid nicht benötigen.
Wellensittiche haben keine feste Zeit um ihr Gefieder zu erneuern. Sie
mausern 2-3x im Jahr. Auch die Dauer und Intensität ist bei jedem unterschiedlich.
Gesunde Wellensittiche lassen immer ein paar kleine Federn fallen. Da sie
mehrmals mausern, bleibt die Flugfähigkeit erhalten.
Dort wo eine Feder ausgefallen ist, entsteht an der gleichen Stelle eine
Neue. Sie wächst in einer durchsichtigen Hülle heraus, welche
sie schützt und mit Nährstoffen versorgt. Diese öffnen sich
und fallen ab, sobald die Feder ausgewachsen sind.

Wellensittiche, welche stark mausern, sehen aus wie kleine Igel. Sie lieben es dann ganz besonders von einem Artgenossen gekrault zu werden, da die Mauser auch mit einem Juckreiz verbunden ist. Aber auch außerhalb der Mauser sind sie leidenschaftliche Krauler und sie sollten nie allein gehalten werden.
Ein Bad in lauwarmem Wasser bietet angenehme Linderung. Manche Bademuffel mögen auch eine Dusche aus der Blumenspritze oder feuchtes Grünzeug, um sich darin zu wälzen.
Ihre Aktivität läßt in dieser Zeit oft etwas nach. Vitaminreiches Futter ist sehr hilfreich. Kieselsäure über die Nahrung gereicht, unterstützt die Bildung des neuen Gefieders. Diese findet man z.B. in Salatgurke, Vogelmiere und Melone.
Wenn ein Wellensittich keine Frischkost mag, kann man auch beim Tierarzt
unterstützende Präparate, wie Korvimin oder AviConzept erhalten.
Natürlich sollten Bademöglichkeiten, Obst und Gemüse und
unterstützende Präparate, nicht nur zur Mauserzeit angeboten werden.
Eine Vergößerung des Schwarmes dürfte in der Mauser kein
Problem sein, da in größeren Beständen immer einer mausert.
Es gibt auch krankhafte Formen der Mauser:
Bei der Schreckmauser wirft der Vogel plötzlich Schwanzfedern und Teile des Kleingefieders ab. Das kann durch Stress ausgelöst werden, z.B. durch Einfangen.
Französische Mauser gilt als nicht heilbar und ist ansteckend. Auslöser sind Polyomaviren. Der betroffene Vogel hat nie ein vollständiges Gefieder. In schweren Fällen sind nicht nur die Schwung-, Flügel-und Schwanzfedern betroffen, sondern auch Brust und Rücken. Es besteht eine Flugunfähigkeit.
Der Federrupfer rupft sich einzelne selbst Federn aus. Ursachen können Stress, Schlafmangel, Reizüberflutung und Einzelhaltung sein.
Die Nestlingserkrankung zeigt bei Jungtieren ein verzögertes Wachstum der Konturfedern und Mißbildungen im Daunengefieder. Auch diese bleiben oft flugunfähig. Verantwortlich ist hierfür ein Virus.
Feder- und Schnabeldystrophie , kurz PBFD, ist unheilbar.
Es handelt sich um eine ansteckende, virusbedingte Gefiederstörung.
Circoviren verursachen eine Wachstumstörung der Federn, Krallen und
des Schnabels.
In jedem Fall sollte man einen vogelkundigen Tierarzt aufsuchen, wenn man eine Form der krankhafte Mauser vermutet.
UWi