A B C D E F G H I K L M N O P Q R S T U V Z


23 Medikamente vorhanden beim Buchstaben A

Acetylsalicylsäure (Aspirin®, ASS®, Acesal®, Alka-Seltzer®)

Anwendung:
Acetylsalicylsäure ist ein Trivialname für 2-Acetoxybenoesäure. Der Wirkstoff ist analgetisch (schmerzlindernd), antipyretisch (fiebersenkend), antiphlogistisch (entzündungshemmend) und thrombozytenaggregationshemmend (verhindert das Verklumpen von Blutplättchen - senkt somit die Blutgerinnung). Ein somit vielseitiges Arzneimittel das nach strengen Kriterien auch beim Wellensittich zum Einsatz kommen kann. Besonders zur Blutverdünnung bei Gerinnungsstörungen kann es einen sinnvollen Beitrag leisten, darf jedoch unter engmaschiger Kontrolle nie länger als 3 Tage substituiert werden. Selten findet es aufgrund seiner anderen Wirkungsgebiete Anwendung beim Wellensittich, da die begleitend gerinnungshemmende Wirkung einen zu hohen Risikofaktor bietet und andere Präparate dort gezielter wirken. Bei Embolieverdacht, Thrombosen oder nach Apoplex (Schlaganfall) sowie bei TIA (transitorisch ischämischer Attacke), kann es zur Lyse als Therapie dienen. Es ist als Tablette, Granulat, Injektionslösung und Brausetablette erhältlich. Beim Wellensittich wird meist wegen der engen Dosierung nur die Injektionsdarreichung genutzt. Das Medikament ist nicht rezeptpflichtig.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen von Acetylsalicylsäure sind aufgrund des breiten Wirkspektrums der Packungsbeilage zu entnehmen. Als gefährlichste Komplikation unter Therapie bei zu hoher Dosierung, kommt jedoch eine massiv erhöhte Blutungsneigung vor. Diese gilt es zu verhindern. Nur durch eine angepasste Therapie, die nach sorgfältigster Abwägung aller Kosten und Nutzen vom vkTa vorgenommen wird, sind schwere gesundheitliche Schäden für den Wellensittich auszuschließen. Eine Eigentherapie ist absolut kontraindiziert.

Aciclovir (Acic®, Acyclovir®, Zovirax®)

Anwendung:
Aciclovir ist ein virostatisch (gegen Viren) wirksamer Stoff und wird beim Wellensittich zur Behandlung von Herpesviren und auch Papillomaviren eingesetzt. Bei Herpesviren kommt es meist systemisch (zentral im Körper) zur Anwendung, indem es als Injektionspräparat verabreicht wird. Nur bei lokalem Befall in gewissen Arealen kann eine lokale Behandlung mit aciclovirhaltiger Salbe stattfinden. Bei Papillomatose wird bevorzugt lokal mit aciclovirhaltiger Salbe behandelt. Auch als Tablette ist der Wirkstoff erhältlich, findet jedoch beim Vogel in dieser Darreichungsform seltenst Verwendung. Das Medikament ist als Salbe rezeptfrei, als Injektionspräparat oder Tablette jedoch rezeptpflichtig.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen von Aciclovir sind besonders bei zentral wirksamer Darreichungsform aufgrund des breit gefächerten Wirkspektrums der Packungsbeilage zu entnehmen. Das Mittel kann jedoch bei längerfristiger Anwendung nephrotoxisch (nierenschädigend) wirken. Bei der Salbe treten keine nennenswerten Nebenwirkungen auf, was jedoch am veränderten Wirkstoffgehalt liegt. Es gilt darauf zu achten, dass aufgetragene Salbe vom Vogel nicht oral aufgenommen wird. Ob eine Therapie mit Aciclovir für den Einzelfall sinnvoll ist und welche Darreichungsform dann zum Einsatz kommt ist nach sorgfältiger Abwägung der Kosten und Nutzen dem vkTa zu überlassen. Eine Eigentherapie, auch mit der rezeptfreien Darreichungsform, ohne Diagnostik ist nicht ratsam und kann für den Vogel gesundheitliche Folgen haben.

ADEC Quikon

Anwendung:
Siehe bei Vitamin A-D-E-C

Nebenwirkung:

Adrenalin jenapharm®

Anwendung:
Siehe Epinephrin

Nebenwirkung:

Aepticol®

Anwendung:
Siehe Chloramphenicol

Nebenwirkung:

Aktivkohle

Anwendung:
Aktivkohle ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der sogenannten Adsorbezien. Die Kohle hat die Eigenschaft Toxine (Gifte) an sich zu binden und mit dem Kot auszuleiten. Deshalb ist Aktivkohle eines der bedeutsamsten Medikamente zur Unterstützung der Ausleitungstherapien bei akuten und chronischen Vergiftungen. Aktivkohle hat zwar ein breites Wirkspektrum gegen Toxine, deckt jedoch nicht den kompletten Toxinbereich ab. Als Kapsel, Komprette, Pulver oder Granulat kann es aufgelöst und dem Vogel mittels Kropfsonde eingegeben werden. Aktivkohle ist nicht rezeptpflichtig.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen von Aktivkohle sind kaum bedeutsam. Viel eher spielen begleitende Komplikationen durch entsprechende Vergiftungserscheinungen durch schwer ausleitbare Toxine eine Rolle. Aktivkohle kann bei zu schneller Applikation (Gabe) zu Erbrechen führen. Es muss zeitnah zum Toxin eingenommen/verabreicht werden, um eine optimale Wirkung zu erzielen, ansonsten bleibt es bei einer ineffektiven Wirksamkeit. Ob Aktivkohle im Einzelfall angewendet wird, entscheidet nach sorgfältiger Abwägung der Kosten und Nutzen der konsultierte vogelkundige Tierarzt. Nur er kennt das Spektrum zur Abdeckung der Gifte, bei denen Aktivkohle helfen kann. Die Info welches Gift aufgenommen wurde vom Vogel, ist daher oftmals essentiell wichtig.

Albiotik®

Anwendung:
Siehe Lincomycin

Nebenwirkung:

Allopurinol (Allopurinol®, Gichtex®, Zyloric®)

Anwendung:
Allopurinol ist ein Xanthinoxidasehemmer und gehört zur Gruppe der Urikostatika. Allopurinol senkt einen therapiebedürftig hohen Harnsäuregehalt im Blut, der unbehandelt zu Gicht führen kann. Da Gicht nicht vor Ausbruch damit zusammenhängender Symptomatik beim Wellensittich diagnostiziert wird, kann es nicht präventiv bei beginnend, steigender Harnsäurekonzentration gegeben werden, sondern muss versuchsweise dann eingesetzt werden, wenn es bereits zu einer manifesten Gichterkrankung gekommen ist. Das Mittel ist als Tablette oder Kapsel erhältlich und wird in aufgelöstem Zustand oral verabreicht. Das Medikament ist rezeptpflichtig.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen von Allopurinol sind aufgrund des breit gefächerten Wirkspektrums der Packungsbeilage zu entnehmen. Inappetenz (Appetitlosigkeit) und vorübergehende Nahrungsverweigerung können zu Beginn der Therapie auftreten. Auch veränderter Harnanteil im Kot mancher Vögel ist zu beobachten. Ob eine Behandlung im Einzelfall sinnvoll ist, entscheidet nach Diagnostik und genauem Abwägen von Kosten und Nutzen nur der behandelnde vkTa. Ihm obliegt die Verordnung einer Therapie mit Allopurinol. Eine Eigentherapie ist kontraindiziert.

Almazyme (astoral Almazyme®)

Anwendung:
Almazyme werden bei akut oder chronisch, exokriner Pankreasinsuffizienz (einer Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse mit mangelnder Ausschüttung von Verdauungsenzymen) eingesetzt. Sie sind ein Enzym-Komplex-Präparat, das den Mangel an benötigten Enzymen kompensieren und so die Verdauung fördern soll. Besonders bei gestörtem Fettstoffwechsel haben sich Almazyme bewährt. Auch zur Entlastung der Leber, die unter verändertem Fettstoffwechsel eine Mehrbelastung erfährt, sind Almazyme geeignet. Das Präparat ist in verschiedenen Darreichungsformen (Pulver, Kapsel, Granulat oder Tabs) erhältlich. Für Vögel eignet sich die Pulverform am besten. Almazyme sind nicht verschreibungspflichtig.

Nebenwirkung:
Bei Almazymen sind keine Nebenwirkungen bekannt. Weitere Informationen sind der beiliegenden Gebrauchsinformation zu entnehmen. Eine Gabe ist immer mit dem behandelnden vkTa abzustimmen, der die Abwägung von Kosten-Nutzen-Faktoren durchführen sollte.

Aluminium-Magnesiumhydroxid (Almag®, Riopan®, Maaloxan®)

Anwendung:
Aluminium-Magnesiumhydroxid besteht aus den Einzelbaustein-Wirkstoffen Aluminumhydroxid und Magnesiumhydroxid. Beide gehören zur Gruppe der Antiazida (Säure hemmende Stoffe). Beim Wellensittich werden sie eingesetzt um Schleimhautulzerationen (Läsionen im Bereich der Schleimhäute) besonders im oberen Verdauungstrakt zu behandeln. Auch zur Behandlung des sogenannten Sauren Kropfes (übermäßig saurem Kropfmillieu, kommt es zum Einsatz. Es ist als Suspension für Vögel zu empfehlen, aber auch als Granulat oder in Tablettenform erhältlich. Aluminium-Magnesiumhydroxid ist nicht rezeptpflichtig.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen bei Aluminium-Magnesiumhydroxid sind der Packungsbeilage zu entnehmen. Sie wirken leicht bis mittelgradig abführend, besonders bei regelmäßiger Gabe und sollten daher bedacht eingesetzt werden. Zudem gilt es zu sagen, dass Aluminiumbestandteile in Medikamenten zunehmend auch im humanmedizinischen Bereich unter Verdacht stehen kanzerogen (krebsfördernd) und multibel anderweitig zu wirken. Dies ist bei der Gabe auf kurze Frist zu vernachlässigen, muss aber bei einer länger anhaltenden oder gar dauerhaften Versorgung mit diesem Wirkstoff bedacht werden. Die Therapie mit Aluminium-Magnesiumhydroxid erfolgt nur nach Absprache mit dem behandelnden vkTa und ist nur nach sorgfältiger Abwägung der Kosten und Nutzen zu empfehlen. Eine Gabe von Aluminium-Magnesiumhydroxid kann ohne Diagnose zu einer Untersäuerung des Kropfes und Verdauungstraktes führen, was wiederum zur Besiedlung pathogener (krankmachender) Keime führen kann und Beschwerden verursacht. Deshalb ist eine Eigentherapie immer kontraindiziert.

Alvegesic®

Anwendung:
Siehe bei Butorphanol

Nebenwirkung:

Amikacin

Anwendung:
Siehe Biklin®

Nebenwirkung:

Aminosäure Präparate (Volamin®, Alamin T®)

Anwendung:
Aminosäure Präparate enthalten wie der Name schon sagt, Aminosäuren wie Cystein und Methionin, die zum Federaufbau bei Wellensittichen nötig sind. Auch zur Regeneration körpereigener Eiweiße dient es und unterstützt somit neben Organfunktionen der Leber und der Herzmuskulatur auch das restliche Muskelgewebe, die Haut und wichtige Nervenfunktionen. Durch zugesetzte Vitamin B12 Komplexe und Mineralstoffe regt es zudem Stoffwechselprozesse positiv an. Während der Mauser oder auch bei vorliegenden Gefiederbildungsstörungen können Aminosäurepräparate einen wertvollen Beitrag leisten. Sie sind nicht verschreibungspflichtig und sowohl in flüssiger Form (Volamin®) als in Pulverform (Alamin T®) erhältlich.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen sind bei Aminosäure Präparaten wenige bekannt. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die meisten Produkte mit Glucose versetzt sind. Dies betrifft sowohl die flüssige, als auch die pulverisierte Darreichungsform und sollte insbesondere bei Anwendung an Vögeln die an Megabakteriose leiden, berücksichtigt werden. Auch Tiere die an Nierenerkrankungen leiden müssen vor einer Therapie dem vkTa vorgestellt werden. Aminosäure Präparate können die Nieren zusätzlich belasten. Der Bruttrieb kann außerdem bei besonders empfindlich reagierenden Hennen verlängert werden, dies ist zu beachten. Die Abwägung von Kosten und Nutzen sollte bei einer Gabe von Aminosäure Präparaten immer dem behandelnden vkTa obliegen. Nur er kann entscheiden ob eine Unterstützung mit solchen Medikamenten sinnvoll ist.

Amoxicillin /Amoxicillin+Clavulansäure (Synulox®, Augmentan®)

Anwendung:
Bei Amoxicillin handelt es sich um Breitband-Antibiotikum aus der Gruppe der Beta-Lactam-Antibiotika. Es ist unter anderem wirksam gegen Atemwegsinfekte und Infektionen des Magen-Darm-Traktes. Es kommt aber auch bei Infektionen der Atemwege zum Einsatz. Amoxicillin ist ein rezeptpflichtiges Medikament.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen sind der Gebrauchsinformation zu entnehmen, da sie ein breit gefächertes Erscheinungsbild beinhalten können. Die Nutzen-Risiko-Abwägung einer Therapie mit Amoxicillin muss der behandelnde vkTa durchführen.

Amphotericin B (Amphomoronal®, Fungizone®, Megabac S®)

Anwendung:
Amphotericin B wird zur Behandlung der Megabakteriose, im fortgeschrittenen Stadium auch GLS (Going-light-syndrome) genannt, angewendet. Hinter dem Begriff Megabakterien verstecken sich nicht, wie der Begriff fälschlicherweise suggeriert, Bakterien, sondern Pilze. Der Wirkstoff Amphotericin B ist ein pilzabtötendes Arzneimittel (Antimykotikum), welches in den meisten Fällen per Suspension (Flüssigkeit zum Aufschütteln) in den Schnabel des Vogels verabreicht wird. Amphotericin ist verschreibungspflichtig. Amphotericin B ist gegen Megabakterien zur Zeit das Mittel der Wahl. Es ist in der Regel gut verträglich und wird kaum in den systemischen Kreislauf aufgenommen. Zunehmend setzt sich auch in Deutschland das australische Medikament Megabac S® durch. Es enthält den gleichen Wirkstoff, ist jedoch nur über australische Lieferanten zu beziehen bisher.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen sind aufgrund des breiten Spektrums der Gebrauchsinformation zu entnehmen. Die Nutzen-Risiko-Abwägung einer Therapie obliegt dem behandelnden vkTa.

Ampicillin (Ampicillin-rathiopharm®, Ampitab®)

Anwendung:
Ampicillin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Aminopenicilline und gehört somit zu den Breitspektrum Antibiotika. Es kommt besonders in der Behandlung gramnegativer Erreger zum Einsatz, hilft unter anderem gegen Salmonellen, Clostridien, E. coli und weitere pathogene Keime. Es ist meist als Pulver verfügbar und insbesondere für kleine Vögel wie Wellensittiche schwer dosierbar. Daher kommt es in der Regel nur als Ausweichpräparat zur Anwendung, wenn andere Medikamente nicht den gewünschten Erfolg zeigten. Ampicillin haltige Medikamente sind verschreibungspflichtig.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen bei Ampicillin sind der Gebrauchsinformation zu entnehmen, da sie über ein breit gefächertes Wirkungsspektrum verfügen. Deshalb sollte eine Therapie auch bei vorhandenem Zugang zum Medikament niemals eigenmächtig erfolgen. Die Abwägung von Kosten und Nutzen einer Therapie mit Ampicillin obliegt immer dem behandelnden vkTa.

Amynin®

Anwendung:
Amynin® wird Stärkung und unterstützender Therapie bei Wellensittichen mit Leberproblemen angewendet. Auch allgemein geschwächte Tiere können dieses Präparat zur Aufbaukur erhalten. Amynin® enthält unter anderem Aminosäuren, Mineralstoffe und Vitamine, sowie Glucose. Aus letzterem Grund darf Amynin® bei an Megabakteriose erkrankten Vögeln nur mit Vorsicht und nach Absprache mit einem vkTa angewandt werden. Die häufigste Darreichungsform ist Pulver für den häuslichen Gebrauch. Amynin® ist nicht rezeptpflichtig.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen sind der Gebrauchsinformation zu entnehmen. Bislang liegen jedoch keine gesicherten Erkenntnisse zu Nebenwirkungen bei der Anwendung bei Vögeln vor. Abzuraten ist von einer Therapie mit Amynin® bei Vögeln mit Nierenschäden. Die Kosten-Nutzen Abwägung einer Gabe von Amynin® sollte dem vkTa obliegen.

Ancotil®

Anwendung:
Siehe Flucytosin/5-Flourcytosin

Nebenwirkung:

Antirobe®

Anwendung:
Siehe Clindamycin

Nebenwirkung:

Aphenylbarbit®

Anwendung:
Siehe bei Phenobarbital

Nebenwirkung:

Appertex®

Anwendung:
Siehe Clazuril

Nebenwirkung:

Arnica

Anwendung:
Arnika oder auch Berg-Wohlverleih genannt ist eine Pflanze, deren Wirkstoff dazu eingesetzt wird um Hämatome (Blutergüsse), Quetschungen, Zerrungen, Prellungen und stumpfe Traumata (stumpfe Verletzungen) zu behandeln. Arnika muss bei Wellensittichen sehr überlegt dosiert werden. Da es sich in verschiedenen Kombinationsprodukten bewährt hat, ist auch als Einzelwirkstoff in Einzelfällen ein Einsatz möglich. Es ist in unterschiedlichen Darreichungsformen erhältlich. Als Globuli und Tropfen zur inneren Anwendung, als auch als Gel, Salbe oder Tinktur zur äußeren Anwendung. Das Mittel ist nicht rezeptpflichtig und in verschiedenen Potenzen erhältlich.

Nebenwirkung:
Die Nebenwirkungen von Arnika können bei äußerer Anwendung zu Hautreaktionen führen, die in der Regel schnell abklingen und gut verheilen. Außerdem ist wie bei allen homöopathischen Medikamenten eine sogenannte Erstverschlimmerung möglich, die sich in kurzem Verstärken der vorliegenden Symptomatik äußert, die danach wieder abflacht. Ein Einsatz von Arnika ist durch den behandelnden vkTa unter genauer Abwägung von Kosten und Nutzen möglich. Eigenmächtige Therapie ist nicht zu empfehlen, falsche Dosierung kann für den Vogel Folgen haben.

Atropinsulfat (Atropinsulfat 0,5mg®)

Anwendung:
Atropinsulfat ist ein Parasympatholytikum und besteht aus Wirkstoffen verschiedener Nachtschattengewächse wie z.B. Binsenkraut, Stechapfel und Tollkirsche. Es ist ein Notfallmedikament und kommt beim Wellensittich besonders dann zum Einsatz, wenn eine Bradycardie (zu niedrige Herzfrequenz) vorliegt. Es kann unterstützend gegen einen sogenannten Bronchiospasmus (krampfbedingtes Verengen der Atemwege) sein. Atropinsulfat wird injiziert und steht demnach nur als Injektionslösung für Vögel bereit. Die Dosierung muss individuell errechnet und an die Kreislaufsituation angepasst werden. Das Medikament ist rezeptpflichtig.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen von Atropinsulfat sind bei zu geringer Dosierung eine verstärkte Bradycardie. Zudem können Erregungszustände und Schwindel eine Begleiterscheinung sein. Weitere Nebenwirkungen sind der Packungsbeilage zu entnehmen. Das Mittel findet in der ambulanten Versorgung keinen Einsatz und wird daher nur vom vkTa selbst verabreicht. Ein Vogel bleibt danach in aller Regel intensivpflichtig, d.h. in stationärer Behandlung. Eine Eigenbehandlung ist daher strikt kontraindiziert.



Hinweis:
Bitte die Gabe und Dosierung von Medikamenten immer mit einem vogelkundigen Tierarzt absprechen.