Wellensittich Krankheiten

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PBFD

PBFD (Feder- und Schnabeldystropie) steht für Psittacine Beak and Feather Disease und ist eine ansteckende, unheilbare, virusbedingte Gefiederstörung. Verantwortlich hierfür ist das Circovirus. Die Krankheit tritt in einer akuten und einer chronischen Form auf. Die akute Form ist oft tödlich, die chronische Form geht mit Deformationen von Federn, Krallen und Schnabelhorn einher. Ernstzunehmende Sekundärerkrankungen wie Hautinfektionen etc. sind auch oft zu beobachten. Das Virus kann nur in einer Blutanalyse von einem vogelkundigen Tierarzt nachgewiesen werden, jedoch ist ein negatives Ergebnis nicht sicher, da die Viren teilweise nicht ausgeschieden werden.

Ein Erfahrungsbericht über die Erkrankung


PDD (Proventricular Dilatation Disease)

Erkrankung des zentralen und peripheren Nervensystems mit unklarer Genese (Ursache) bei gleichzeitig großer Bedeutung.Symptomatisch auffällig bei den Tieren sind Störungen des Magen-Darm-Traktes mit einem erweiterten Drüsenmagen. Histologisch werden Gangliendegenerationen festgestellt.


Papillomatose

Unter Papillomatose versteht man eine Hautveränderung, die wahrscheinlich von Viren hervorgerufen wird. Auf den Schleimhäuten, vor allem an der Kloake, in Rachen und Kropf oder in den Schnabelwinkeln, entstehen gutartige Wucherungen. Diese Wucherungen werden Papillome genannt und sind rötlich gefärbt. Sie werden von einem vogelkundigen Tierarzt meist unter Narkose entfernt.


Pendelkropf

Der Pendelkropf, in manchen Publikationen auch Hängekropf genannt, bezeichnet eine chronische Überdehnung des Kropfes. Diese Kropfdilatation (-ausweitung) ist irreversibel. Die Weiterleitung der Nahrung wird verzögert, da die dafür notwendige Muskelbewegung vermindert ist. Dadurch kann sich ein idealer Nährboden für Bakterien und Pilze bilden, die wiederum Auslöser für Infektionen sein können. In manchen Fällen kann die Nahrung gären und Gase bilden. Wellensittiche mit Pendelkropf sollten deshalb mehrmals täglich mit jeweils nur geringen Futtermengen gefüttert werden, um eine weitere Ausdehnung des Kropfes zu vermeiden.


Pilzinfektion

Pilzinfektionen können durch allgemeine Schwäche des Immunsystems oder aber auch durch die Gabe von Antibiotika entstehen. Einige Pilzarten gibt es in jedem Körper, sie werden von gutartigen Bakterien bewacht, die eine übermäßige Ausbreitung verhindern. Beispielsweise durch Antibiotikagabe sterben die \"guten\" Bakterien ab und die Pilze können sich ausbreiten.

Auf Grund der feuchtwarmen Bedingungen bevorzugen sie die Schleimhäute des Darms, des Rachens und des Kropfes bei Vögeln. Eine Pilzinfektion des Kropfes zeigt sich durch Erbrechen mit großen Mengen Schleim. Da insbesondere Kropferkrankungen sowohl durch Pilze als auch durch Bakterien hervorgerufen werden können, ist hier ein Abstrich zur Diagnose notwendig, damit ein Pilzbefall nicht fälschlich mit Antibiotika behandelt und die Erkrankung so noch verschlimmert wird!

Bei Infektionen im Darm kann es zu Durchfällen kommen. Eine Behandlung durch einen vogelkundigen Tierarzt ist unbedingt erforderlich.



Pododermatitis

Pododermatitis (Bumble Foot)
Degenerative Erkrankung der Füße, die durch übermäßige Verhornung bis hin zur Nekrose charakterisiert sind. Entstehend durch Übergewicht in Kombination mit falschen Sitzmöglichkeiten.


Polyostotische Hyperostose

Die Knochen des Vogelskeletts sind innen hohl, um das Gewicht der Vögel zu minimieren, was ihre Flugfähigkeit unterstützt. Bei der Polyostotischen Hyperostose verdichten sich die Hohlräume durch Kalziumablagerungen. Als Ursache der Erkrankung wird ein Östrogenüberschuß vermutet. Unter allen Vögeln gelten besonders Wellensittichhennen als gefährdet.

Diagnostiziert wird die Erkrankung durch Röntgen, wobei die Verschattung der Markhöhle dargestellt wird. Besonders an den Gelenken lassen sich häufig hyperostotische Veränderungen bei den betroffenen Vögeln feststellen. Durch die Gabe von Hormonspritzen soll der Östrogenhaushalt normalisiert werden, um dadurch ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Die Polyostotische Hyperostose ist immer noch in weiten Teilen unerforscht und zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht heilbar. Die betroffenen Vögel sollten im Endstadium der Erkrankung von ihren Leiden erlöst werden.


Psittakose

Psittakose bezeichnet die Papageienkrankheit. Sie ist eine hochgradig ansteckende Infektionskrankheit, welche vor allem bei Jungvögeln sichtbar ausbricht. Da die Psittakose auch auf den Menschen übertragbar ist, können sich Halter mit infizierten Vogelbeständen leicht anstecken. Die Papageienkrankheit zählt zu den Seuchen und ist beim zuständigen Veterinäramt zu melden.

Erreger der Psittakose sind Chlamydien; sie übertragen sich durch Einatmen von verseuchtem Staub. Es gibt keine eindeutigen Symptome. Atemwegserkrankungen, Durchfall, Schnupfen können beginnende Anzeichen sein, wie auch der Mensch grippeähnliche Symptome aufweist. Bei Vögeln gibt eine Kotprobe Aufschluss über einen Chlamydienbefall, beim Menschen ist es die Blutprobe. Mit entsprechenden Medikamenten ist die Psittakose relativ gut zu behandeln.

Das Töten des gesamten Bestandes ist in der Regel nicht mehr notwendig.