Wellensittich Krankheiten

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Featherduster

Als Featherduster werden Wellensittiche bezeichnet, bei denen die Federn und Krallen, oft auch der Schnabel unaufhörlich und fehlgebildet weiterwachsen. Dies zieht Flugunfähigkeit und Probleme bei der Nahrungsaufnahme nach sich. Die Entwicklung der betroffenen Wellensittiche ist verzögert und sie sind deutlich krankheitsanfälliger. Weitere Merkmale können Koordinations- und Gleichgewichtsprobleme sowie Aggressivität gegenüber Artgenossen sein. Durch die Störungen des Stoffwechsels und die unaufhörliche Federproduktion ist die Lebenserwartung dieser Wellensittiche stark reduziert, sie werden oft nur ein Jahr alt.


Federbalgzysten

Als Federbälge bezeichnet man die Kanäle, aus denen die Federn herauswachsen. Durch Störungen des Stoffwechsels, Nährstoffmangel, Verletzungen des Federfollikels, Virusinfektionen, bakterielle Infektionen, Pilzinfektionen oder genetische Defekte kann es dazu kommen, dass die Feder nicht nach außen dringt und sich in der Kapsel zersetzt.

Dies führt zu einer Entzündung, die eine Zyste entstehen lässt. Diese Zysten sollten vom vogelkundigen Tierarzt geöffnet und entleert werden, da es ansonsten dazu kommen kann, dass die Zyste vom Vogel selbst verletzt wird. Dies führt zu starken Blutungen, die wiederum lebensbedrohlich für den Wellensittich werden können.


Federlinge

Federlinge, auch Mallophagen genannt, leben auf dem Vogel und ernähren sich von seinen Federn. Sie sind mit dem bloßen Auge erkennbar, da sie bis zu 3 mm groß und dunkel gefärbt sind.
Befallene Vögel schlafen schlecht durch den ständigen Juckreiz, bei starkem Befall sehen die Federn zerrupft aus.
Federlinge werden mit Giften abgetötet; die Behandlung muss oft mehrmals erfolgen, da das Gift auf die Nissen (Eier) keine Wirkung hat. Aus diesem Grund müssen die nachschlüpfenden Larven durch die weiteren Behandlungen abgetötet werden, um das Problem völlig in den Griff zu bekommen.


Federmilben

Es gibt verschiedene Arten von Federmilben, die zwischen 300 und 1500 Mikrometer groß werden und sich von den Federn und Hautschuppen der Vögel ernähren, auf denen sie leben.
Die Federn der betroffenen Vögel sehen oftmals löchrig aus und sie putzen sich viel, auch die Federbälge können sich bei starkem Befall entzünden.
Der eindeutige Nachweis der Parasiten ist nur durch das Mikroskop möglich. Zur Behandlung wird den Vögeln meist ein Kontaktgift in den Nacken geträufelt, das vom Körper aufgenommen wird und dafür sorgt, dass die Milben absterben. Diese Behandlung muss mindestens einmal im Abstand von einer Woche wiederholt werden, damit auch die aus den vorhandenen Gelegen schlüpfenden Milben abgetötet werden und der Vogel wieder milbenfrei ist.


Federrupfen

Beim Federrupfen fallen die Federn nicht von alleine aus, sondern werden vom Vogel selbst entfernt. Im Anfangsstadium werden meistens die Deckfedern im Hals- und Brustbereich ausgerissen, in fortgeschrittenen Stadien auch Daunen und Schwungfedern, in besonders schlimmen Fällen beginnen sich die Tiere, die Haut aufzubeißen (Automutilation).

Da Federrupfen verschiedene psychische (z.B. Einzelhaltung, andauernder Stress, ungünstige Schwarmkonstellationen) oder physische (z.B. Hauterkrankungen, chronische Vergiftungen, Organschäden) Ursachen haben. In jedem Falle ist ein vogelkundiger Tierarzt aufzusuchen, um die Ursache zu klären.


Federspulmilben

Federspulmilben, auch Federkielmilben genannt, sind relativ selten vorkommende Parasiten, die sich in den Federn von Wellensittichen, aber auch anderen Vogelarten, festsetzen. Dazu bohren sie kleine Löcher in die Federkiele, dringen in die Feder ein und ernähren sich von deren Inhalt. Zu einer Ansteckung kommt es durch direkten Kontakt mit einem bereits befallenen Tier. Symptome des Befalls sind Federmissbildungen und das Ausfallen großer Teile des Großgefieders. Der Nachweis dieser Parasiten erfolgt beim vogelkundigen Tierarzt unter dem Mikroskop, dazu wird eine Feder entnommen und am Kiel aufgeschnitten. Die Behandlung erfolgt mit Antiparasitika, allerdings sind die Heilungschancen bisher eher gering.


Französische Mauser / Polyoma

Die Französische Mauser ist eine Gefiederkrankheit, deren Auslöser Polyomaviren sind. Jungtiere, die von ihren Eltern mit diesem Virus angesteckt werden, bilden entweder nie die langen Schwungfedern aus oder sie verlieren sie nach der Jugendmauser. Diese Wellensittiche sind aufgrund der fehlenden Federn flugunfähig und müssen entsprechend gestaltete Käfige/Volieren bewohnen.
Adulte Wellensittiche, die mit Polyomaviren in Kontakt kommen, tragen meist keine Gefiederschädigungen davon, allerdings können die Erreger weitergetragen werden und es kann im Folge der Auseinandersetzung des Immunsystems mit den Polyomaviren zu Sekundärerkrankungen kommen.
Aus diesem Grund ist also grundsätzlich von der Aufnahme polyomapositiver Wellensittiche in einen gesunden Bestand abzuraten, auch wenn nicht gezüchtet wird. Das Virus wird per Blutuntersuchung im Labor durch einen vogelkundigen Tierarzt nachgewiesen, ein negatives Ergebnis ist jedoch nicht zwangsweise verlässlich, da das Virus nicht immer ausgeschieden wird. Eine Behandlungsmöglichkeit besteht leider noch nicht.