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12 Medikamente vorhanden beim Buchstaben T

T10®

Anwendung:
T10® ist ein internationales Inhalations-Antiseptikum (Desinfektionsmittel), dass veraltet ist und nur noch selten zur Anwendung kommt. Es wird in spezieller Verdünnung kalt vernebelt und findet bei bakteriellen (durch Bakterien verursacht) und zugleich mykotischen (durch Pilzbefall verursacht) Infektionen des Respirationstraktes (Atmungssystems) Einsatz. Es kann auch als Großverneblung in Volieren eingesetzt werden, zur täglichen Therapie einer ganzen Vogelgruppe. Das Mittel ist rezeptpflichtig.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen von T10® sind der Packungsbeilage zu entnehmen. Da es als Antiseptikum wirkt ist eine Langzeitbehandlung mit diesem Mittel nicht ratsam. Über Sinnhaftigkeit der Behandlung mit T10® entscheidet der behandelnde Tierarzt nach vorheriger Kosten- und Nutzenabwägung.

Tarantula

Anwendung:
Bei Tarantula handelt es sich um ein homöopathisches Arzneimittel. Speziell bei diesem kann es sich jedoch um zwei verschiedene Stoffe handeln, die sich in ihrer Wirkungsweise jedoch sehr ähnlich sind und somit die gleichen Anwendungsgebiete finden. Tarantula in der Homöopathie kann zum einen vom Gift der Citharacanthus spinicrus (Kubanische Vogelspinne) stammen und heißt Tarantula cubensis. Zum anderen aus dem Gift der Tarantula hispanica (spanischen Wolfsspinne) gewonnen werden. Beide dieser Wirkstoffe entspannen bei muskulärer Hypertonie (einem übermäßigen Verkrampfen der Muskulatur). Sie hemmen motorische Unruhe und stetigen Bewegungsdrang, der durch Begleiterscheinungen von Entzündungen, beginnenden Nekrosen (Gewebszerfall) und/oder Juckreiz bedingt sein kann. Unterstützende Eigenschaften zeigt Tarantula bei Tumoren, Fistelbildungen und wildem Fleisch. Tarantula gilt als förderndes Mittel zur Wundheilung. Tarantula kann in entsprechender Potenz genutzt werden und ist als Globuli, Lösung, Tropfen zur inneren Anwendung, aber auch als Tinktur zur äußeren Anwendung erhältlich. Die Präparate sind nicht rezeptpflichtig.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen sind bei Tarantula nicht bekannt. Es kann allerdings wie bei allen homöopathischen Medikamenten bei Therapiebeginn zu einer sogenannten "Erstverschlechterung" (kurzfristigen Zunahme der Symptome) kommen. Diese gilt jedoch als Zeichen der einsetzenden Wirkung und sollte danach abflachen. Das Abwägen der Kosten- und Nutzenfaktoren zur Gabe dieses Medikamentes, sollte unbedingt durch einen vogelkundigen Tierarzt erfolgen. Gerade bei den durch Tarantula behandelten Erkrankungen ist eine eigenmächtige Therapie kontraindiziert, und gehört unter die fach- und sachgerechte Aufsicht und Verordnung eines Spezialisten.

Terbinafin (Lamisil ®)

Anwendung:
Terbinafin ist ein antimykotisch wirksamer Arzneistoff. Bei Hautpilzerkrankung kann der Wirkstoff topisch (äußerlich), bei anderen Mykosen auch systemisch z.B. schnabulös als Lösung angewendet werden. Bei Pilzerkrankungen im respiratorischen Bereich (Pilzinfektion der Atemwege) dient eine Inhalationslösung mit dem Wirkstoff Terbinafin als eine lokal wirksame Therapiemöglichkeit. Bei Hornpilzen (Pilzbefall von Krallen oder Schnabel) kann es als Nagellack verwendet werden, wenn sichergestellt ist, dass der Vogel diesen nicht benagt und somit aufnimmt. Terbinafin ist nicht rezeptpflichtig.

Nebenwirkung:
Die Nebenwirkungen beschränken sich bei Terbinafin auf ein Mindestmaß. Sie sind der Gebrauchsinformation zu entnehmen. Dennoch ist von eigenmächtigen Therapieversuchen abzuraten. Auch wenn es ein gut verträgliches Medikament ist, so handelt es sich um ein Medikament dessen Einsatz nur unter Abwägung von Nutzen und Kosten vom behandelnden vkTa festgelegt werden sollte.

Testosteron

Anwendung:
Testosteron ist ein männliches Sexualhormon und gehört zur Gruppe der Androgene. Es wird beim Wellensittich eingesetzt zur Behandlung von hormonell bedingten Befiederungsstörungen. Zudem findet es Anwendung zur Induktion (zum Anstoß) der Mauser, bei chronischem verzögertem Mauserverlauf. Das Hormon ist als Injektionslösung verfügbar und wird vom vkTa verabreicht, zumeist intra muskulär (i.m. = in den Muskel). Das Präparat ist rezeptpflichtig.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen von Testosteron können sich vielfach auswirken und sind breit gefächert in ihrem Wirkspektrum. Deshalb sind diese der Packungsbeilage zu entnehmen oder beim behandelnden vkTa ggf. zu erfragen. Vor Einsatz eines solchen Mittels findet jedoch auch eine ausgedehnte Beratung statt, die ein sorgfältiges Abwägen aller Kosten- und Nutzenfaktoren durch den vkTa beinhaltet.

Tetracyclin (Tetraseptin ®)

Anwendung:
Tetraseptin ® ist ein Breitbandantibiotikum, welches man zur Behandlung von gramnegativen Erregern einsetzt. Auch Chlamydien können damit behandelt werden. Häufige Anwendungsgebiete sind Infektionen der Atemwege, der Verdauung, der Gallenwege und des Geschlechts- und Harnapparates. Tetraseptin ® ist verschreibungspflichtig.

Nebenwirkung:
Die Nebenwirkungen sind aufgrund ihres breit gefächerten Spektrums der Gebrauchsinformation zu entnehmen. Die Nutzen-Risiko-Abwägung muss vor und während der Therapie mit Tetraseptin ® dem behandelnden vkTa überlassen werden.

Thiocanfol C1%®

Anwendung:
Siehe Chloramphenicol

Nebenwirkung:

Thrombareduct®

Anwendung:
Siehe bei Heparin

Nebenwirkung:

Toltrazuril (Baycox®)

Anwendung:
Toltrazuril ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Triazine. Es wirkt gegen Kokzidien (Protozoen) und wird bei Wellensittichen und anderen Tieren gegen die sogenannte Kokzoidose (Erkrankung durch Kokzidien-Besiedlung) eingesetzt. Toltrazuril ist als Suspension verfügbar, wird dem Vogel oral (in den Schnabel) verabreicht und ist rezeptpflichtig.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen von Toltrazuril sind aufgrund des breit gefächerten Wirkspektrums der Packungsbeilage zu entnehmen. Unter Umständen kann es zu Durchfällen und kurzfristiger Belastung des Verdauungssystemes kommen. Meist bilden diese Nebenerscheinungen sich nach Beendigung der Therapie wieder komplikationslos zurück. Bei übermäßig starkem Auftreten muss die Therapie stationär fortgeführt werden, um eine abnorme Schwächung des Vogels zu verhindern und mit stärkenden Substanzen einzugreifen. Die Therapie mit Toltrazuril ist niemals in Eigenregie durchzuführen, sondern die Verordnung obliegt nach sorgfältiger Prüfung der Kosten- und Nutzenfaktoren, immer dem vkTa.

Toxicodendron quercifolium

Anwendung:
Toxicodendron quercifolium ist der Wirkstoff des Giftsumachs, einem Gewächs, das bei direktem Hautkontakt in der Natur zu schwersten Hautreaktionen führt. Diese Wirkung in abgeschwächter Version macht man sich für die Behandlung von Kreislaufstörungen, Schwindel- und Gleichgewichtsstörungen und der positiven Wirkung auf Bänder und Sehnen zu Nutze, da es durch die durchblutungssteigernde Wirkung Erfolge erzielt. Auch als Einzelmittel gegen rheumatische Erkrankungen wird es manchmal eingesetzt. Es ist in vielen Darreichungsformen erhältlich. Sowohl als Lösung, Tropfen, Globuli oder Tabletten. Für Vögel eignet sich zur oralen Gabe am besten eine flüssige Darreichung.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen durch Toxicodendron quercifolium sind selten und können besonders den Hautbereich durch die sogenannte Erstverschlimmerung (kurzfristiges Verschlimmern der Symptome) kommen, die jedoch innerhalb weniger Stunden bis Tage wieder abflachen sollte. Die Behandlung von sämtlichen Erkrankungen, die den Einsatz von Toxicodendron quercifolium in Betracht ziehen, gehören nach eingehender Diagnostik und Abwägen der Kosten und Nutzen, in die Obhut eines vogelkundigen Tierarztes.

Traumeel ®

Anwendung:
Traumeel ® wird angewandt bei Prellung, Zerrung, Verstauchung, Quetschungen, sogenannte stumpfe Traumata. Es ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich (Tabletten, Globuli, Tropfen, Lösung, Tinktur und als Salbe). Die Zusammensetzung ist eine homöopathische Komposition für oben genannte Erkrankungen. Auch nach Brüchen kann Traumeel unterstützend gegeben werden. Es wirkt leicht analgetisch (schmerzlindernd). Traumeel® gehört in jede Welli-Notfallapotheke und ist nicht verschreibungspflichtig.

Nebenwirkung:
Bei Traumeel® sind laut Packungsbeilage keine Nebenwirkungen bekannt. Zwar kann es wie bei allen homöopathischen Medikamenten bei Therapiebeginn zu einer sogenannten "Erstverschlechterung" (kurzfristige Zunahme der Symptome) kommen, diese gilt jedoch als Zeichen der einsetzenden Wirkung. Die Beschwerden sollten danach abflachen. Das Abwägen von Nutzen und Risiko sollte durch einen vkTa erfolgen.

Tylosin (Tylan®)

Anwendung:
Tylosin gehört zur Klasse der Makrolide und ist ein Antibiotikum. Es wirkt gegen den Befall von Mykoplasmen und gegen grampositive Keime. Bei Atemwegserkrankungen wird es als Inhalationslösung verdünnt mit NaCl 0,9% angewendet. So kann es (direkt) als Aerosol direkt vor Ort wirken, indem es durch Inhalation des Wirkstoffes an die betroffenen Atemwegsareale gelangt. Als Injektion kann es systemisch angewendet werden. Tylosin ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, das nur der vkTa verordnen kann.

Nebenwirkung:
Die Nebenwirkungen von Tylosin sind breit gefächert und der Gebrauchsinformation zu entnehmen. Als besonderer Hinweis gilt zu sagen, dass es bei Injektionen in den Muskel (i.m) dazu neigt, Muskelnekrosen (Absterben der Muskelzellen) zu verursachen. Dieses Risiko ist jedoch bekannt und der behandelnde vkTa wird eingehend prüfen, ob die Kosten im Verhältnis zum Nutzen stehen, wenn er sich für diese Applikationsart entscheidet. Nur ihm obliegt die Therapie mit diesem Medikament. Er entscheidet über Dauer, Dosierung und Art der Anwendung.

Tyrode-Lösung

Anwendung:
Tyrode-Lösung ist eine spezielle Mischung aus verschiedenen Komponenten. Sie setzt sich wie folgt zusammen: 0,1 g Magnesiumchlorid (MgCl2) oder Magnesiumsulfat (MgSO4) 0,2 g Kaliumchlorid (KCl) 0,13 g Calciumchlorid (CaCl2) 8,0 g Natriumchlorid (NaCl) 0,05 g Natriumdihydrogenphosphat (Na2HPO4) 1,0 g Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3) 1,0 g Glukose (C6H12O6) 1000 ml Aqua destilata (destilliertes Wasser) Diese Lösung entspricht nicht einer Dosierungsangabe, sondern der Zusammensetzung, die sehr wichtig für einen Therapieeffekt ist. Mischungen selbst zuzubereiten ist nicht in der Form möglich, in der ein Vogel dies benötigt, es muss unter sterilen Bedingungen in Praxis oder Apotheke gemischt werden. Die Tyrode-Lösung wird zur Behandlung von Nierenschäden und deren Folgeerscheinungen eingesetzt. Die Lösung wird in vom vkTa angegebener Dosierung oral verabreicht. Die Lösung ist nicht rezeptpflichtig.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen von Tyrode-Lösung sind weniger der Lösung und ihren Inhaltsstoffen, als eher der entstehenden Komplikationen geschuldet, die aus den zu Grunde liegenden Erkrankungen entstehen können. Eine Eigentherapie mit Tyrode-Lösung ist kontraindiziert. Nur nach sorgfältiger Abwägung der Kosten und Nutzenfaktoren, sowie der eingehenden vorherigen Diagnostik durch einen vkTa wird diese Lösung verabreicht.



Hinweis:
Bitte die Gabe und Dosierung von Medikamenten immer mit einem vogelkundigen Tierarzt absprechen.