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8 Medikamente vorhanden beim Buchstaben E

Emtryl®

Anwendung:
Siehe Dimetridazol

Nebenwirkung:

Enalapril-Hydrogen-Maleat (Enacard®)

Anwendung:
Enacard® ist ein Medikament mit dem enthaltenen Wirkstoff Enalapril-Hydrogen-Maleat, welches nach Aufnahme im Körper in das wirksame Enalaprilat umgewandet wird. Das Mittel gehört zur Gruppe der Angiotensin-Coverting-Enzym Hemmer, kurz ACE Hemmer und wird auch in der Humanmedizin eingesetzt. Der Wirkstoff senkt in erster Linie den Blutdruck und entlastet somit das Herz. Eingesetzt wird Enacard® bei Herzinsuffizienz (Herzschwäche). Besonders wenn diese ursächlich durch eine dilatative Kardiomyopathie (vergrößerter Herzmuskel bei verringerter Pumpkraft des Herzens), oder eine Herzklappeninsuffizienz (Herzklappen schließen nicht ausreichend), bedingt ist. Enacard® ist vorwiegend in Tablettenform erhältlich und kann bei Herzschwäche mittleren und schweren Grades das Überleben eines Tieres bei guter Lebensqualität sichern. Herzinsuffizienz geht meist mit einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit einher, die durch eine angepasste Therapie deutlich verbessert werden kann. Es zählt zu den rezeptpflichtigen Medikamenten.

Nebenwirkung:
Enacrad® ist ein stark wirksames Präparat, welches ohne eingehende Untersuchung und diagnostische Sicherung niemals gegeben werden darf. Es kann Nebenwirkungen wie Erbrechen, Durchfälle, Koordinationsstörungen, Schwächeanfälle bis hin zur Lethargie, Kreislaufstörungen und Nierenschäden hervorrufen. Deshalb ist eine Gabe bei vorliegender Niereninsuffizienz (Verminderte Leistung der Nieren) absolut kontraindiziert. Weitere Nebenwirkungen sind aufgrund des zu großen Wirkungsspektrums der Packungsbeilage zu entnehmen. Ein Abwägen der Kosten- und Nutzenfaktoren zur Gabe von Enacard® ist immer dem vogelkundigen Tierarzt zu überlassen und obliegt seiner Einschätzung.

Engystol

Anwendung:
Engystol ist ein homöopathisches Kombinationsarzneimittel. Es setzt sich aus verschiedenen homöopathischen Einzelmitteln zusammen und stellt sich aus Potenzakkorden zusammen. Das heißt ein Wirkstoff ist in unterschiedlichen Potenzen enthalten wodurch sich das Wirkspektrum und die Wirkungstiefe erweitert. Engystol wird eingesetzt bei erkältungsbedingten Infekten und wirkt besonders gegen Viren. Auch gegen Influenza Viren hat es sich bewährt. Es stärkt die natürliche, körpereigene Abwehr des Vogels. Das Mittel ist meist in flüssiger Form als Tropfen erhältlich. Es kann so in den Schnabel gegeben oder verdünnt als Lösung bereit gestellt werden. Das Mittel ist nicht rezeptpflichtig.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen von Engystol können im Rahmen der sogenannten Erstverschlechterung auftreten. Das heißt die bereits vorliegenden Symptome verstärken sich kurzfristig, bis sie danach wieder bis zur kompletten Rückbildung abflachen. Eine Therapie mit Engystol sollte nur nach sorgfältiger Abwägung von Kosten und Nutzen durch einen vogelkundigen Tierarzt erfolgen, damit gesundheitliche Folgeschäden durch Fehldosierung oder falsche Eigentherapie vermieden werden. Dosierungen sind auch bei homöopathischen Medikamenten individuell zu verordnen.

Enilconazol (Imaverol®)

Anwendung:
Enilconazol ist ein Breitsprektrum-Antimykotikum. Ein Mittel, das vorwiegend bei Pilzerkrankungen der Haut eingesetzt wird. Als Tinktur oder Salbe mit diesem Wirkstoff wird es auf betroffene Areale aufgetragen und kann so lokal wirken. Zeigt eine den Vogel-Organismus weniger belastende, äußerliche Anwendung bei Hautpilzerkrankungen nicht den gewünschten Effekt, dann kann auch eine systemische Therapie mit Enilconazol vorgenommen werden. Dann wird es als Lösung schnabulös verabreicht. Auch in Form einer Inhalationslösung ist Enilconazol als Wirkstoff gegen Aspergillose (Pilzerkrankung des Atmungssystems) zugelassen. Somit hat Enilconazol ein sehr breites Anwendungsgebiet und ist vielfältig einsetzbar. Es ist verschreibungspflichtig und kann nur durch den behandelnden vkTa verordnet werden.

Nebenwirkung:
Die Nebenwirkungen von Enilconazol sind je nach Anwendungsgebiet breit gefächert und der Gebrauchsinformation zu entnehmen. Besonders bei Vögeln, deren Verdauungstrakt bereits vorbelastet ist durch andere Grunderkrankungen, erweist sich ein Einsatz mit diesem Präparat als schwierig, da der Organismus durchaus bei Therapie belastet wird. In jedem Fall muss eine detaillierte Kosten- und Nutzenabwägung durch den behandelnden vkTa vorgenommen werden. Dieser allein kann Kontraindikationen erkennen und über den Sinn und die mögliche Effektivität einer Therapie mit Enilconazol entscheiden.

Enrofloxacin (Baytril®)

Anwendung:
Baytril® gehört zur Gruppe der Fluorchinolone. Einsatzgebiet sind bakterielle Infektionen. Es ist ein Breitbandantibiotikum (also ein Antibiotikum, welches gegen eine relativ große Palette von Bakterien wirksam ist). Somit ist Baytril® wirksam gegen z.B. Salmonellen, Escherichia coli, Mykoplasmen und Staphylokokken. Durch die Verstoffwechslung des Enrofloxacins entsteht als wirksamer Hauptmetabolit Ciprofloxacin, das den Hauptwirkstoff im Körper selbst bildet. Baytril® ist ein verschreibungspflichtiges Tierarzneimittel und muss, sofern es auf Rezept verordnet wird, in der Apotheke gesondert dokumentiert werden (sog. Tierarzneimittelkartei).

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen sind aufgrund ihres breit gefächerten Spektrums der Gebrauchsinformation zu entnehmen. Vor und während der Therapie muss die Abwägung von Nutzen und Risiko durch den behandelnden vkTa erfolgen.

Epinephrin (Adrenalin jenapharm®)

Anwendung:
Epinephrin, auch als Adrenalin bekannt, ist ein Katecholamin. Katecholamine sind körpereigene Stoffe, die ggf. synthetisch hergestellt und für den Notfall eingesetzt werden können. Somit handelt es sich um ein Notfallmedikament, dass den Kreislauf bei drohendem Versagen aufrecht erhalten kann. Es hilft bei anaphylaktisch bedingten Schockzuständen (Schock durch Immunabwehrprozesse bedingt), Bradycardie (verlangsamte Herzfrequenz) und wird zur Reanimation (Wiederbelebung bei akutem Kreislaufversagen) eines Vogels eingesetzt. Das Präparat ist als Injektionslösung verfügbar und wird injiziert. Es ist rezeptpflichtig.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen von Epinephrin sind aufgrund des breit gefächerten Wirkspektrums der Packungsbeilage zu entnehmen und eher auftretenden Komplikationen bzgl. der Notfallsituation geschuldet. Der vkTa verabreicht bei therapeutischer Notwendigkeit das Medikament. Es ist nicht für die ambulante Therapie vorgesehen, da in aller Regel eine intensivmedizinische Folgebehandlung notwendig ist und der Vogel stationär behandelt wird.

Erythromycin (Erythrocin®)

Anwendung:
Erythromycin ist ein antibiotisch wirkender Arzneistoff, der zu den Glykosiden und somit zu den Makrolidantibiotika gehört. Zum Einsatz kommt Erythromycin bei Infektionen mit grampositiven Keimen wie Staphylokokken und Streptokokken. Auch anaerobe Erreger und Mykoplasmen reagieren sensibel auf den Wirkstoff und zeigen somit gutes Ansprechen auf eine Therapie. Bei Muskelnekrosen (durch Infektion absterbendes Muskelgewebe) erzielt Erythromycin unter Injektionstherapie sehr gute Ergebnisse. Zur oralen Gabe sind Lösung oder Pulver Mittel der Wahl, die jeweils aufbereitet schnabulös verabreicht werden können. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und kann somit nur vom vkTa verordnet werden.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen von Erythromycin sind aufgrund des breit gefächerten Wirkungsspektrums der Gebrauchsinformation zu entnehmen. Über Kosten und Nutzen einer Therapie mit Erythromycin entscheidet der behandelnde vkTa. Nur er kann mögliche Kontraindikationen (Gründe die eine Gabe von Erythromycin ausschließen) erkennen und eine Versorgung mit diesem Medikament verordnen.

Etilefrin (Effortil®)

Anwendung:
Etilefrin ist ein Wirkstoff, der zur Gruppe der Sympathomimetika gehört. Das Mittel wird beim Wellensittich nur in Notfallsituationen eingesetzt und ist ein Kreislauf-Stimulanz. In seltenen Fällen und angepasster Dosierung kann es auch bei Herz-Kreislauferkrankungen zum Einsatz kommen. Das Medikament ist in Tropfenform verfügbar, wird jedoch lediglich zur Resorption auf die Schleimhäute aufgebracht, damit es wirken kann. Etilefrin ist rezeptpflichtig.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen von Etilefrin können sich in Benommenheit äußern, die durch den Anstieg des Blutdruckes zu Stande kommt. Weitere Nebenwirkungen sind der Packungsbeilage zu entnehmen. Eine Eigentherapie mit Etilefrin ist nicht zu empfehlen und bleibt nach sorgfältiger Abwägung aller Kosten- und Nutzenfaktoren, dem behandelnden vogelkundigen Tierarzt vorbehalten. Selten wird dieses Mittel zur ambulanten Therapie verordnet, sondern bleibt für akute Notfallsituationen im stationären Bereich gebunden. Vögel die mit Etilefrin behandelt werden, sind anschließend meist wg. des zu Grunde liegenden Krankheitsbildes intensivpflichtig.



Hinweis:
Bitte die Gabe und Dosierung von Medikamenten immer mit einem vogelkundigen Tierarzt absprechen.