A B C D E F G H I K L M N O P Q R S T U V Z


16 Medikamente vorhanden beim Buchstaben M

Megabac S®

Anwendung:
Siehe Amphotericin B

Nebenwirkung:

Maaloxan®

Anwendung:
Siehe bei Aluminium-Magnesiumhydroxid

Nebenwirkung:

Macrodex®

Anwendung:
Siehe bei Dextran

Nebenwirkung:

Magnesiumhydroxid (Magnesia San Pellegrino®)

Anwendung:
Magnesiumhydroxid ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Antiazida (Säurehemmende Stoffe). Beim Wellensittich wird Magnesiumhydroxid eingesetzt um Schleimhautulzerationen (Läsionen im Bereich der Schleimhäute) im oberen Verdauungstrakt zu behandeln. Besonders zur Behandlung des sogenannten Sauren Kropfes (übermäßig saurem Kropfmillieu), kommt es zum Einsatz. Es ist als Suspension für Vögel zu empfehlen, aber auch als Granulat oder in Tablettenform erhältlich. Magnesiumhydroxid ist nicht rezeptpflichtig.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen bei Magnesiumhydroxid sind der Packungsbeilage zu entnehmen. Sie wirken leicht bis mittelgradig abführend, besonders bei regelmäßiger Gabe und sollten daher bedacht eingesetzt werden. Magnesiumhydroxid Tabletten und Suspension sind meist zuckerhaltig, dies gilt es bei Vögeln mit Megabakteriose zu wissen. Die Therapie mit Magnesiumhydroxid erfolgt nur nach Absprache mit dem behandelnden vkTa und ist nur nach sorgfältiger Abwägung der Kosten und Nutzen zu empfehlen. Eine Gabe von Magnesiumhydroxid kann ohne Diagnose zu einer Untersäuerung des Kropfes und Verdauungstraktes führen. Dies kann zur Folge haben, dass es zu einer Besiedlung pathogener (krankmachender) Keime kommt und Beschwerden verursacht. Deshalb ist eine Eigentherapie immer kontraindiziert.

Magnesiumsulfat-Heptahydrat (Magnesiumsulfat,Bittersalz)

Anwendung:
Magnesiumsulfat-Heptahydrat, auch als Bittersalz bekannt, ist nicht zu verwechseln mit Glaubersalz (Natriumsulfat). Magnesiumsulfat-Heptahydrat gehört aber ebenso zu der Gruppe der salinischen Abführmittel. Es findet beim Wellensittich dann Anwendung, wenn die Darmmotorik kurzfristig stark angeregt werden muss. Zum Beispiel nach Bleiaufnahme. Das Magnesiumsulfat-Heptahydrat führt dann zum einen dazu, dass vermehrt Verdauungssäfte ausgesondert und das Blei rascher durch den Verdauungstrakt geleitet wird, was die Aufnahme in den Körper somit zumindest im üblichen Maße verhindert. Zum anderen erhöht es die Bewegungstätigkeit des Darmes selbst, damit der Speisebrei schneller durchgeleitet wird und es zur raschen Ausscheidung des aufgenommenen Giftes kommt. Magnesiumsulfat-Heptahydrat ist als Pulver oder Granulat verfügbar und wird in Wasser aufgelöst in einer gewissen Konzentration dem Vogel mittels Kropfsonde eingegeben. Magnesiumsulfat-Heptahydrat ist nicht rezeptpflichtig.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen von Magnesiumsulfat-Heptahydrat sind besonders schwere Koliken. Eine genaue Dosierung ist deshalb notwendig. Zudem kann es durch die Ausleitung zu Elektrolytverschiebungen kommen, die durch einen vkTa zu kontrollieren sind, damit im Ernstfall gegengesteuert werden kann. Was beim Menschen durch geringe Maßnahmen ausgleichbar wäre, kann beim Vogel schwere Folgen haben. Deshalb darf eine Therapie mit Magnesiumsulfat-Heptahydrat niemals eigenständig erfolgen und ist nur nach sorgfältiger Abwägung der Nutzen und Risiken durch einen vkTa möglich.

Mannitol (Mannit®)

Anwendung:
Mannitol gehört zur Arzneimittelgruppe der Diuretika, welche die Harnausscheidung steigern. Diese Eigenschaft und Wirkung lässt sich zur Entlastung des Herzens einsetzen. Auch bei Herzinsuffiziens (Herzschwäche), zur Beseitigung von Ödemen (krankheitsbedingten Wasseransammlungen im Körper) und bei Gicht oder zur Anregung eingeschränkter Nierenfunktion (Niereninsuffiziens). Die Applikation erfolgt fast immer per Injektion durch den behandelnden vkTa und muss langsam erfolgen.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen von Mannitol sind der Gebrauchsinformation zu entnehmen, da das Wirkspektrum breit gefächert sein kann. Die Nutzen und Kostenabwägung muss vor und während der Therapie immer dem behandelnden vkTa obliegen.

Marbofloxacin (Marbocyl ®)

Anwendung:
Marbocyl ® wirkt antibiotisch gegen gramnegative und grampositive Erreger, zum Beispiel bei Enterobakterien, Pseudomonaden, Pasteurellen und Staphylokokken. Es gehört zur Gruppe der Gyrase-Hemmer und somit zählt es zu den Antibiotika. Es findet fast nur in der Veterinärmedizin Verwendung und ist verschreibungspflichtig.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen sind aufgrund des breit gefächerten Wirkspektrums der Gebrauchsinformation zu entnehmen. Wichtig ist jedoch, dass es, wie alle zu dieser Gruppe gehörenden Wirkstoffe, schädigende Wirkungen auf Knorpel und Sehnen hat. Gerade bei Jungtieren sollte deshalb auf den Einsatz von Marbocyl ® verzichtet werden. Die Nutzen-Risiko-Abwägung muss jedoch sowieso dem behandelnden vkTa obliegen.

Medroxyprogesteronacetat (Progesteron ad us. vet®)

Anwendung:
Medroxyprogesteronacetat ist der Wirkstoff, der zur Verhütung bekannten Dreimonatsspritze in der Humanmedizin. Der Wirkstoff gehört zu den synthetischen Gestagenen und wirkt auf den Östrogenspiegel ein. Östrogen ist eines der Hormone, dass die Wellensittichhenne dazu bringt brutig zu werden. Medroxyprogesteronacetat wird zur Behandlung einer Legenot eingesetzt. Aber auch bei Ovarialzysten, Hyperöstrogenismus (zu hoher Östrogenspiegel), der zur Dauerbrutigkeit führt und bei dauerlegenden Hennen, also vorliegendem Legezwang, wird es angewendet. Das Mittel ist als Injektionslösung verfügbar und wird sub cutan (s.c. = unter die Haut) des Vogels injiziert. Es handelt sich um ein rezeptpflichtiges Medikament.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen von Medroxyprogesteronacetat sind breit gefächert und der Packungsbeilage zu entnehmen. Auch der durchführende und behandelnde vkTa wird sie vor der Behandlung über die Nebenwirkungen aufklären, die sich beim Vogel zeigen können. Meist auftretend, jedoch harmlos sind Polyurie (vermehrtes absetzen von Kot mit erhöhtem Harnanteil) in Verbindung mit daran geknüpfter Polydipsie (stark vermehrtem Durstgefühl). Die Tiere trinken demnach sehr oft vermehrt. Medroxyprogesteronacetat wird nur nach sorgfältigster Abwägung der Kosten- und Nutzenfaktoren eingesetzt zur Behandlung. Eine Gabe erfolgt ausschließlich durch einen vkTa.

Meloxicam (Metacam®, Melosus®)

Anwendung:
Meloxicam gehört zur Gruppe der NSAID, das heisst der nicht-steroidalen Anti-Rheumatika. Einsatzgebiete sind die allgemeine Schmerztherapie, Arthritis, Arthrose, Rheuma, Gicht usw. Es wirkt schmerzstillend, entzündungshemmend (und fiebersenkend).

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen siehe Gebrauchsinformation. Die Nutzen-Risiko-Abwägung muss der behandelnde vk Tierarzt durchführen. Metacam® ist verschreibungspflichtig und unterliegt u.U. einer speziellen Dokumentation in der Apotheke.

Metamizol (Novalgin®, Novaminsulfon®,Minalgin®)

Anwendung:
Metamizol ist ein Analgetikum (Schmerzmittel) aus der Gruppe der Pyralzone. Der Wirkstoff hat leicht antikolvusive (entkrampfende) Wirkung. Zudem wirkt es antipyretisch (fiebersenkend) und zählt zu den stärksten nicht opioiden Analgetika. Es kann bei stärksten Schmerzen verabreicht werden. Besonders bei Tumorschmerzen und knöchernen Metastasen leistet es einen guten Beitrag. Auch nach Traumata oder Operationen kann es zur Schmerzlinderung genutzt werden. Es ist sowohl in Tropfenform als auch als Injektionslösung erhältlich. Für eine ambulante Schmerzbehandlung eines Wellensittichs wird die Tropfendarreichung genutzt. Das Medikament ist rezeptpflichtig.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen bei Metamizol sind breit gefächert. Bekannt ist es für seine Eigenschaft Blutdruckabfälle und somit Kreislaufprobleme zu verursachen. Bei angepasster Dosierung kann dies jedoch weitgehend eingedämmt werden. Weitere Nebenwirkungen betreffen oftmals Übelkeit oder gar Erbrechen und sind darüber hinaus der Packungsbeilage zu entnehmen. Eine Schmerztherapie beim Wellensittich mit Metamizol empfiehlt sich nur nach Verordnung durch einen vkTa. Eine sorgfältige Abwägung der Kosten und Nutzen muss voraus gehen. Eigentherapie mit Metamizol sind kontraindiziert.

Metoclopramid (MCP)

Anwendung:
MCP® regt die Magen-Darm-Motilität an. Es wirkt unter anderem, in dem es die Entleerung des Speisebreis aus dem Magen in den Darm beschleunigt. Eingesetzt wird es bei Übelkeit und Erbrechen. MCP® ist verschreibungspflichtig und war seit 2014 nur noch als Tablette erhältlich. Die Tropfen wurden bis August 2015 vom Markt genommen, sind aber seither unter veränderter Therapiedauer und Dosierung wieder erhältlich.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen sind aufgrund ihres breit gefächerten Spektrums der Gebrauchsinformation zu entnehmen. Die Nutzen-Risiko-Abwägung muss vor und während der Therapie mit MCP® dem behandelnden vkTa obliegen.

Metronidazol (Clont®, Flagyl®)

Anwendung:
Metronidazol hat ein sehr breites antimikrobielles und antiprotozoäres Wirkspektrum. Es wird bei Infektionen mit Trichomonaden, Amöben und Giardien eingesetzt. Metronidazol ist ein Antibiotikum. Es kann auch dann genutzt werden, wenn durch vorherigen Antibiotikaeinsatz das Gleichgewicht der Darmflora gekippt ist. Überwiegen dann toxinbildende Bakterien, kommt Metronidazol als Option ins Spiel. Metronidazol ist verschreibungspflichtig.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen sind aufgrund des breitgefächerten Spektrums der Gebrauchsinformation zu entnehmen. Die Nutzen-Risiko-Abwägung muss vor und während der Therapie mit Metronidazol dem behandelnden vkTa überlassen werden.

Minalgin®

Anwendung:
Siehe bei Metamizol

Nebenwirkung:

Moronal®

Anwendung:
Siehe Nystatin

Nebenwirkung:

Morphasol®

Anwendung:
Siehe bei Butorphanol

Nebenwirkung:

Mucosa compositum (Mucosa comp.)

Anwendung:
Mucosa comp. ist ein homöopathisches Arzneimittel und dient der Anregung von körpereigenen Abwehrprozessen. Besonders bei Schleimhauterkrankungen und Katarrhen im Verdauungstrakt, die von Ulcuserscheinungen oder anderen Schleimhautreizungen bis Verletzungen begleitet sind, dient Mucosa comp. als zuverlässige Unterstützung. Besonders Vögel mit Going-Light-Syndrom können profitieren nach abgeschlossener Schubtherapie die Schleimhaut wieder zur Regeneration zu animieren. Auch bei bzw. nach Infektionen im Bereich der Atemwege und Luftsäcke, sowie der ableitenden Harnwege, findet Mucosa comp. Einsatz. Selbst Bindehautreizungen können im Einzelfall erfolgreich mit Mucosa comp. gelindert werden. Mucosa comp. ist in verschiedenen Darreichungsformen verfügbar. Besonders zur inneren Anwendung empfiehlt sich eine Lösung. Mucosa comp. ist nicht rezeptpflichtig.

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen sind bei Mucosa comp. nicht bekannt. Es kann allerdings wie bei allen homöopathischen Medikamenten bei Therapiebeginn zu einer sogenannten "Erstverschlechterung" (kurzfristige Zunahme der Symptome) kommen, diese gilt jedoch als Zeichen der beginnenden Wirkung und sollte danach abflachen. Das Abwägen der Kosten und Nutzen zur Gabe dieses Medikamentes, sollte immer durch einen vogelkundigen Tierarzt erfolgen.



Hinweis:
Bitte die Gabe und Dosierung von Medikamenten immer mit einem vogelkundigen Tierarzt absprechen.